06.02.2024 Am vergangenen Donnerstag und Freitag nahmen die Lernenden der S4 an der Heinrich-Hertz-Schule an zwei Vorträgen von Professor*innen der Universität Hamburg im Rahmen der Reihe "Wir wollen’s wissen" teil, die ihre Perspektiven zur Rolle von Gender, also dem sozialen Geschlecht eines Menschen, in der Wirtschaft und Sprache vermittelten.
Professor Dr. Miriam Beblo, renommierte Volkswirtschaftsprofessorin an der Universität Hamburg im Fachbereich Sozialökonomie, präsentierte in einem spannenden Vortrag über Gendergaps in der Wirtschaft die Ergebnisse ihrer Metastudie. Damit ist die wissenschaftliche Auswertung von mehreren Studien zu einem Thema gemeint. Ihre Grundaussage: Wettbewerbsdran und Gender hängen zusammen, aber weniger stark als es die meisten Schüler:innen aus dem Kurs vermutet hatten. Um ihre Aussagen zu verdeutlichen, führte die Wissenschaftlerin, mit dem Kurs selbst ein soziales Experiment durch, das ihre Aussagen schließlich auch praktisch unterstrich. Die Schüler erfuhren so, wie verschiedene soziale Experimente Aufschluss darüber geben, wie sich das Verhalten von Männern und Frauen in Wettbewerbssituationen unterscheidet. Schließlich gewann eine Schülerin und setzte sich in diesem Wettbewerb durch - zu gewinnen gab es ein hochwertiges Comic zum Thema "Geld" der Professorin.
Der zweite Vortrag, gehalten von Professor Lars Vorberger, drehte sich um das Zusammenspiel von Sprache und Gender. Die Schüler erhielten Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen Geschlechtervorstellungen und unserer Sprache. Deutlich wurde vor allem, dass in Sprache immer gegendert wird und dass Formen wie "GästIn", die uns neu erscheinen, bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden können. Professor Vorberger beleuchtete schließlich, wie Sprache und Denken sich gegenseitig beeinflussen und zeigte viele verschiedene Möglichkeiten auf, wie wir zu einem geschlechtergerechteren Sprachgebrauch finden können. Einige werden auch in diesem Beitrag angewendet - findest du sie?
Die beiden Vorträge boten damit nicht nur Einblicke in die Welt der Volkswirtschaftslehre und Sprachwissenschaft, sondern regten auch zum Nachdenken über die Bedeutung von Geschlechtergerechtigkeit in verschiedenen Lebensbereichen an.
Paula Krebs, GLS, und Luise Günther
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