16.02.2021 In Deutschland leben nur ca. 95.000 Juden. So kommt es, dass viele keinen Juden/keine Jüdin persönlich kennen. Für die Vorstufe hat sich das geändert, denn "Meet a Jew", ein Projekt des Zentralrats der Juden und Jüdinnen, hat uns besucht.
In der VSa waren Meira, Rebecca, Gabriel und Merle, vier Menschen mit verschiedenen Biographien, Lebensrealitäten und unterschiedlichen Arten, ihr Jüdisch-Sein zu leben, zu Gast. Vier Menschen, die uns mit ihrer Zugewandtheit gleich für sich einnahmen, und alle Fragen der Klasse offen, ausführlich und oft auch mit einer kleinen Prise Selbstironie beantworteten. Wir haben viel Neues und auch Widersprüchliches erfahren, vielfältige Denkanregungen bekommen, und ich hatte das Gefühl, wir hätten gut noch weitersprechen können. Ein besonderer Moment - vielen Dank an alle Beteiligten!
In der anschließenden Auswertung nannten die Schüler*innen auf die Frage „Was nimmst du aus diesem Gespräch mit?“:
Viel über das Jüdisch-sein, was wir vorher nicht wussten.
Dass Juden und Jüdinnen selbst entscheiden, wie sie ihr Jüdisch-sein gestalten und unterschiedlich leben.
Dass Juden und Jüdinnen nicht unbedingt religiös sind.
Dass Juden und Israel zwei verschiedene Dinge sind, obwohl sie oft vermengt werden.
Dass in Deutschland zum Teil nationalsozialistisches Vokabular („Achteljude“) verwendet wird, ohne dass es den Menschen bewusst ist.
Dass Juden und Jüdinnen sich wegen möglicher negativer Reaktionen der nicht-jüdischen Umwelt überlegen, ob und wo sie sich als Juden und Jüdinnen zu erkennen geben.
Dass Juden und Jüdinnen sich manchmal allein fühlen in einer nicht-jüdischen Umwelt.
Auch das lädt zum Weiterdenken ein.
Marianne Metze
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